logline
Ein Film wie ein feines Gespinst. Unvereinbarkeiten zusammenbringend. Worum es geht? Um etwas, was jeder kennt, das in jedem anders klingt und was sich niemals verschriftlichen ließe. Man könnte es ein inneres Dröhnen nennen.
 
synopsis
Ein Bahnhof im dichten Nebel. Schienen, die sich im Weiß verlieren, ein Mensch wartet. Zwischen Nebelschwaden zeigt sich ein Fuchs, der die Nase in den Wind hält. Danach Tosen, Flirren, Stille. Und immer noch Nebel. Blicke in die Natur verwachsen mit flüchtigen Begegnungen. Menschen, die ihre je eigenen Welten bewohnen: Ein Astronom, der es angenehm fände, wenn wir nicht allein wären im Universum. Ein Musiker, der hofft, dass irgendwann die richtige Frau kommt. Oder ein Pferdepfleger, für den die Welt sich seit jeher ein bisschen zu schnell dreht. Sie alle treibt eine stille Sehnsucht an, nach Kontakt, nach Verbundenheit und dem freien Blick. Fernab von Erklärbarkeiten versucht der Film, ein inneres Dröhnen spürbar zu machen. Sich einer Leere anzunähern, die sich nicht greifen lässt. Am Ende – ein Blick ins Offene. Der Fuchs ergreift die Flucht und wir bleiben allein.

regiekommentar
Das Schweizer Mittelland ist meine Heimat und ein bisschen auch die Heimat des Nebels. Irgendetwas hat er mit mir zu tun. Nur was? In das wollte ich mit diesem Film hineinschauen. Und so ziehen wir mit der Kamera los. Dem Nebel nach. Dem Wind und dem Wetter nach. Dabei begegnen uns Menschen, manchmal. Bei einigen entscheiden wir kurz zu verweilen. Wir verweilen, weil die Momentaufnahmen, die wir dort entdecken, ein Gefühl in uns ausdrücken. Viele der Bilder, die wir finden, formulieren für mich die Frage: «Leben wir, wie wir träumen - alleine?». Oft sind es Verlorenheitsmomente, empfundene Leerläufe, Sinnlosigkeiten, die das Leben sind und Umgebungen, die eine Entrücktheit darstellen, in denen wir manchmal glauben, daheim zu sein. Aus diesen gesammelten Unvereinbarkeiten haben wir einen Film gewoben. Einen Film, der keiner Ordnung folgt, der sich aber auf Farben, Gefühle, die Tiere, den Wind, den Himmel verlässt. Dabei wurde mir immer klarer, worum es hier geht. Nämlich um etwas, was jeder kennt, das in jedem von uns anders klingt und was ich niemals mit Worten erklären könnte. Ich würde es das innere Dröhnen nennen.

von Nicole Vögele